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Mittwoch, 23. Januar 2019

Dust Devils: Tragödie in Abilene


Abilene einige Jahre nach dem Bürgerkrieg. Hier kommt es zu einer schicksalshaften Begegnung von vier gebrochenen Gestalten.
Vinzent: lil' Thunder ein riesiger (schweigsam und stabil) Indianer mit einem Hass auf Eisenbahnen.
Betti: Bella Jordie einst eine Hausfrau, die unter den Schlägen ihres Mannes selbst eine sadistische Ader entwickelt, flieht und zur Revolverheldin wird.
Vivi: Pink Petty trinkfeste Bardame im Mad Dog Saloon mit einer düstern Vergangenheit. Einst war sie als Hebamme gezwungen einige ihrer Schützlinge zu töten, um sie nicht in die Hände von Indianern fallen zu lassen. Das hat sie dermaßen aus der Bahn geworfen, dass sie jetzt als Engelmacherin unterwegs ist.
Heinrich: Capt K. hat einst als Südstaatler aus Überzeugung für den Norden gekämpft. Als er dann nach Hause kam war nichts mehr da. Alles zerstört durch Unionssoldaten. Gebrochen ohne Ideale verdingt er sich als Pinkertondetektiv mit dem einzigen Ziel möglichst viele Verbrecher ins Jenseits zu befördern.
Die Situation in Abilene ist geprägt durch den Konflikt zweier Rinderbarone Hobsen und McDuggal. Hobsen kommt aus dem Osten und hat hier vor einiger Zeit etliche Ranches übernommen. Er führt ein hartes Regiment, auch innerhalb der Familie. Doch seine Tochter Delia hat ihm abgetrotzt, dass sie eine kleine Zeitung betreiben darf. Hier versucht sie mit ihren Ostküstenidealen den wilden Westen mit Hilfe ihrer Zeitung zu "zivilisieren". Sie trifft sich auch mit ihrer heimlichen Liebe Jack McDuggal in einem Hinterzimmer des Mad Dog Saloons, dass Jack zu diesem Zweck dauergemietet hat. Als der Besitzer des Mad Dog Cyrus dahinterkommt, wer sich dort trifft, will er dies aus Furcht vor Rache unterbinden. Er heuert lil' Thunder und Pink Petty an. Sie sollen das Paar trennen und falls Delia schwanger sein sollte, soll Pink Petty das regeln. Wegen der ständigen Konflikte, die Hobsen mit den McDuggals und den teilweise vertriebenen Besitzern der Ranches, die er jetzt bewirtschaftet, hat, verfügt über ein ständiges Kontingent von Pinkertondetektiven. Er fordert einen Leibwächter für seine Tochter an und bekommt Capt. K.. In seiner Anwesenheit führt Delia ein Interview mit Bella Jordie, um über eine emanzipierte Frau im Westen zu schreiben. Nach dem Interview erzählt sie Bella und K von ihrer Beziehung zu Jack und bittet um Unterstützung bei dem unvermeidlichen Konflikt. Da sie nicht will, dass ihr Vater abgeknallt wird (z.B. durch Bella oder K), rät K zur Flucht. Dann tauchen Pink und lil' Thunder in der Redaktion auf. Pink will in der Zeitung eine Anzeige als Hebamme schalten. Sie betont, dass sie sehr erfahren und versiert ist. K behält sein Misstrauen, ob des komischen Paares - Riesenindianer mit Bardame, die als Hebamme arbeiten will - für sich. Pink und lil' Thunder ziehen sich zurück. Pink stellt im Mad Dog später einen Abtreibungstrank her.
Später stürmt ein Botenjunge in die Redaktion und berichtet, dass einige vom Hobsens Männern gerade Jack McDuggal im Mad Dog Saloon lynchen wollen. Delia eilt sofort dorthin. K. versucht die Situation unter Kontrolle zu bringen, doch er hat die Rechnung ohne Bella gemacht, die viel lieber eine ordentliche Schießerei will. Sie schafft es einen der Cowboys durch angedeutetes Ziehen und Beleidigungen so zu provozieren, dass eine Schießerei beginnt. Die wächst sich zu einem Massaker aus. Bella tanzt um Capt K herum, nutzt ihn als Deckung und legt die Cowboys nach und nach virtuos um. Lil' Thunder möchte das Chaos ausnützen und Delia entführen. Bella bemerkt, dass und schießt ihn nieder. Wo sie gerade mal dabei ist, bekommt auch Capt K eine verpasst - Lungendurchschuss. Als der Pulverdampf sich verzieht, sieht man eine hochzufriedene Bella und eine verzweifelte Delia, die sich um Jack kümmert. Pink schafft es Delia zu überreden den Abtreibungstrank zu trinken. Sie behauptet, dass sei ein Stärkungsmittel, dass Delia jetzt unbedingt brauche. Da K noch ausgeschaltet ist, kann er nicht verhindern, dass Delia trinkt. Er schafft es jedoch später Delia misstrauisch zu machen. Pink war schließlich mit lil' Thunder, der sie entführen wollte, in der Redaktion gewesen. Im folgenden Disput stößt K Pink den Kolben seiner Winchester ins Gesicht, die zu Boden sinkt. Bella will lil' Thunder den Rest geben, als von Jacks Krankenlager eine Stimme tönt: „Er ist tot!“ Voller Verzweiflung wirft Delia sich in die Schussbahn und Bellas Kugel fährt nicht nur in lil' Thunder sondern auf ihrem Weg auch durch Delia, die sofort tot ist.
Jetzt taucht McDuggal mit seinen Männern auf, er wollte seinem Sohn zu Hilfe eilen. Capt K (der versagt hat - sein Schützling ist tot) kann die Situation erklären, obwohl Pink versucht sich rauszureden und daran scheitert. Sie schafft es auch nicht, den Rest des verräterischen Tranks zu trinken um das Beweismittel zu vernichten. Es hätte wohl auch nichts genutzt, da lil' Thunder sterbend in seinem Blute liegend sein Gewissen erleichtert und auspacken will. Um nicht belastet zu werden, versucht Cyrus, der Saloonbesitzer lil' Thunder vorher zu erstechen. Das misslingt. Jetzt gibt es zwei Opfer für den johlenden Lynchmob. Dann taucht auch Hobsen mit seinen Leuten auf. Ob des Geschehens lassen die sich vom Lynchmob anstecken und beteiligen sich. Pink und Cyrus werden im Fackelschein nach draußen geschleppt und auf zwei Pferden wird ihnen unter einem improvisierten Galgen die Schlinge um den Hals gelegt. Bevor die Pferde angetrieben werden erhält Pink noch die Gelegenheit für letzte Worte und giftet, dass sie zwar hier Schuld auf sich geladen habe, aber die unerbittliche Feindschaft der Clans habe die Situation erst heraufbeschworen und die wahren Schuldigen würden jetzt nur durch den Mord an ihr und Cyrus ihr Gewissen betäuben wollen.
Da peitschen zwei Schüsse durch die Dunkelheit, die die Henkersstricke von Pink und Cyrus durchtrennen, die daraufhin auf ihren Gäulen in der Dunkelheit das Weite suchen. Bella sieht hier noch einmal die Möglichkeit ein Blutbad zu provozieren. Und richtig, angeheizt durch Pinks Worte und einige gezielte Schüsse von Bella aus der Dunkelheit, wenden sich die Clans gegeneinander. Es ist ein Massaker.
Zum zweiten Mal in seinem Leben gebrochen spricht Capt. K. Ich habe versagt, wieder einmal.
Sehr stimmungsvolles Rollenspiel. Wir haben die Regeln nicht voll ausgenutzt. Die Möglichkeit Konsequenzen in nächste Konflikte zu verschieben oder auch Scorepunkte zurückzubekommen, hätte die Handlung sicher komplexer gemacht. Das wäre dann auch eher etwas für mehrere Abende. Da wirklich jeder für sich spielt, habe ich das Gefühl, dass optimal 3 bis 4 Spieler und ein Meister teilnehmen. Der Meister muss dabei je nach Konflikt auch mehrere Parteien übernehmen. Dabei können bei einem Zielkonflikt auch schwere Kollateralschäden entstehen. Hätte K im Saloon die Situation nicht beruhigen wollen, sondern Jack beschützen wollen, hätte er keinen Zielkonflikt mit Bella gehabt, die möglichst viele Cowboys abknallen wollte. In dem Fall hätte er keinen Schuss abbekommen.
Schwierig aber nicht ohne Reiz ist, dass in der Story jeweils berücksichtigt werden muss, welcher Score der Verlierer jeweils reduziert wird (die Karten entscheiden) und das ein Spieler, der mind. einen Score auf 0 hat die aktuelle Szene auf jeden Fall überstehen muss, also z.B. nicht sofort tot sein darf. Da man sein Ende selbst erzählen darf, muss das ja auch nicht den Tod des Charakters bedeuten, er muss „nur“ raus aus der Story.
Ich fand es auch ungewohnt explizit nicht kooperativ in einem Rollenspiel zu agieren.

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